Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat den bevorstehenden Rücktritt der Premierministerin Yulia Svyrydenko angekündigt und damit den Weg für eine neue Regierungsumbildung geebnet. Der Rücktritt der Premierministerin, der in den kommenden Tagen formell vom Parlament genehmigt werden muss, wird automatisch auch den Rücktritt der gesamten Regierung nach sich ziehen.
Bei der Bekanntgabe der Entscheidung nannte Zelensky keine detaillierten Gründe, sondern erklärte lediglich, dass das Land eine neue politische und administrative Phase brauche, um die Herausforderungen der kommenden Monate zu bewältigen. Zu den genannten Prioritäten gehören die Stärkung der Außenpolitik und eine bessere Vorbereitung auf die Folgen der russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur, die während der Wintersaison regelmäßig das ukrainische Stromnetz unter Druck setzen.
Svyrydenko, 40 Jahre alt, übernahm im Juli 2025 die Führung der Regierung, nachdem sie das Amt der Wirtschaftsministerin bekleidet hatte. Ihre Ernennung erfolgte im Rahmen der umfassendsten Erneuerung der Regierung seit Beginn der russischen Invasion, doch ihr Mandat wird nach weniger als einem Jahr enden.
Der Name des zukünftigen Premierministers wurde noch nicht offiziell bekannt gegeben. Laut Gerüchten aus Kreisen der präsidialen Mehrheit gehören zu den aussichtsreichsten Kandidaten der ehemalige Premierminister Denys Shmyhal, der die Regierung von 2020 bis 2025 führte, und Sergii Koretskyi, derzeitiger Geschäftsführer des staatlichen Energieunternehmens Naftogaz, der bisher nicht in der aktiven Politik tätig war.
Der Präsident hat außerdem angekündigt, Svyrydenko eine neue bedeutende Rolle in den Beziehungen zu einem der wichtigsten Verbündeten der Ukraine angeboten zu haben. Obwohl keine weiteren Details bekannt gegeben wurden, spekulieren mehrere Quellen über eine zukünftige diplomatische Position in den Vereinigten Staaten.
In den letzten Monaten galt Svyrydenko als nahe zu Andriy Yermak, dem ehemaligen Leiter des Präsidialamts und einer Schlüsselfigur im Umfeld von Zelensky, dessen Position jedoch nach einem Skandal um angebliche Korruptionsvorfälle stark geschwächt wurde.
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