Hunderte von Demonstrationen fanden in ganz Spanien aus Solidarität mit Ceuta statt, um von der Regierung in Madrid eine entschlossenere Antwort auf die Krise zu fordern, die die spanische Enklave an der nordafrikanischen Küste betrifft.
Laut den Organisatoren und der spanischen Presse betrafen die Mobilisierungen zahlreiche Städte, darunter Madrid, Malaga, Bilbao, Valencia, Sevilla, Murcia, Barcelona, Valladolid und Salamanca. Das zum Symbol der Proteste gewordene Motto lautete „Ceuta wird nicht verkauft, Ceuta wird verteidigt“, das bereits bei den in den Wochen zuvor in derselben autonomen Stadt organisierten Demonstrationen verwendet wurde.
Im Mittelpunkt der Proteste steht der Umgang mit den Folgen der Einreise von Tausenden von Migranten zwischen dem 30. und 31. Juli. Der Vorfall hat eine heftige innenpolitische Auseinandersetzung und neue Spannungen in den Beziehungen zu Marokko ausgelöst, auch im Hinblick auf die historischen Ansprüche Rabats auf die Souveränität über Ceuta.
In Madrid fand eine der Hauptversammlungen auf der Plaza de Cibeles statt, wo zahlreiche Teilnehmer, viele von ihnen mit spanischen Flaggen, ein entschiedeneres Eingreifen der Zentralbehörden forderten. Mit zunehmendem Zulauf zog ein Teil der Demonstranten anschließend entlang des Paseo del Prado in Richtung des Kongresses der Abgeordneten.
Das Gebiet um das Parlament wurde von den Sicherheitskräften überwacht, und während des Protests kam es zu Spannungen. Die Polizei griff ein, um einige Gruppen zurückzuhalten, während aus der Menge Beleidigungen gegen den Regierungspräsidenten Pedro Sánchez und Rücktrittsforderungen laut wurden.
Die Initiativen, etwa 300 laut Berichten, wurden von der Spanischen Föderation der Gemeinden und Provinzen (Femp) gefördert, die von der Volkspartei geführt wird. An den Mobilisierungen nahmen PP und Vox teil, mit der Teilnahme ihrer jeweiligen Führer Alberto Núñez Feijóo und Santiago Abascal.
Die Regierung Sánchez betonte hingegen den politischen Charakter der Proteste. Die Initiativen betrafen jedoch auch von Sozialisten verwaltete Gemeinden, ein Zeichen für eine Debatte über den Umgang mit der Krise, die sich nicht auf die traditionelle Gegenüberstellung von Mehrheit und Opposition beschränkt.
Die Frage von Ceuta bleibt somit im Zentrum des spanischen politischen Konflikts. Die Proteste vereinten die Solidarität mit der autonomen Stadt mit der Kritik an der Exekutive, während Einwanderung, Grenzsicherheit und Beziehungen zu Marokko weiterhin eine Auseinandersetzung nähren, die die nationale politische Agenda belasten wird.
(Associated Medias) - All rights reserved