Westjordanland, Huckabee verurteilt die Belagerung durch Siedler: «Es ist Terrorismus»

Der amerikanische Botschafter in Israel äußert sich zu den Vorfällen in Qusra, wo einige palästinensische Familien von israelischen Siedlern umzingelt und isoliert worden sein sollen. Unter den betroffenen Häusern befindet sich auch das eines US-Bürgers.

Westjordanland, Huckabee verurteilt die Belagerung durch Siedler: «Es ist Terrorismus»

Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Israel, Mike Huckabee, hat besonders scharfe Worte benutzt, um das Geschehen in Qusra im Westjordanland zu verurteilen. In Bezug auf die Belagerung der Häuser palästinensischer Familien, die israelischen Siedlern zugeschrieben wird, bezeichnete der amerikanische Diplomat den Vorfall als einen «schrecklichen Akt des Terrorismus» und prangerte ein Verhalten an, das seiner Meinung nach darauf abzielt, die Bewohner einzuschüchtern und zu verfolgen.

«Es gibt keine Entschuldigung für ein solch gewalttätiges Verhalten», schrieb Huckabee auf X. Der Vorfall hat für Washington besondere Bedeutung, da eines der betroffenen Grundstücke einem amerikanisch-palästinensischen Bürger gehört.

Laut Informationen der Associated Press betreffen die Spannungen die Gebiete von Qusra und Jalud im besetzten Westjordanland. Die israelische Armee teilte mit, sie sei eingeschritten, um israelische Zivilisten zu entfernen, die illegal palästinensische Häuser und Grundstücke besetzt hätten. Die Grenzpolizei habe zudem ein in der Nähe der Häuser errichtetes Zelt entfernt und das Gebiet zur militärischen Sperrzone erklärt.

Die von AP gesammelten Bilder zeigen einige junge Männer, die eine Steinmauer abbauen und das Material verwenden, um den Zugang zum Haus von Loui Ridi, einem amerikanisch-palästinensischen Bürger, zu blockieren. Vor einigen Häusern seien auch Möbel, Matratzen und andere Gegenstände platziert worden, um die Eingänge zu versperren. In den Aufnahmen sind Spannungen zwischen den Siedlern und den israelischen Soldaten zu sehen, jedoch ohne sofortige vollständige Räumung des Gebiets.

Ridi berichtete telefonisch der Associated Press aus seinem Haus in Ohio, dass sein 48-jähriger Bruder und sein jugendlicher Neffe im Haus eingeschlossen seien und Schwierigkeiten hätten, an Nahrung und Wasser zu gelangen. Seinen Angaben zufolge dauern die Einschüchterungen seit Monaten an und hätten sich in den letzten Tagen verschärft. Ridi berichtete zudem von Wasser- und Stromunterbrechungen und Schäden durch Steinwürfe.

Die neue Krise im Westjordanland kommt zu einer Zeit, in der die Spannungen an mehreren Fronten hoch bleiben. In Gaza hat die Hamas einen kürzlichen israelischen Luftangriff verurteilt, der laut Al Jazeera einen Toten und mehrere Verletzte gefordert haben soll. Die palästinensische Bewegung behauptet, dass die Operation die diplomatischen Bemühungen um einen dauerhaften Waffenstillstand gefährden könnte.

An der nördlichen Front hingegen gibt es Differenzen zwischen Washington und der israelischen Regierung über die zukünftige militärische Präsenz im Südlibanon. Laut dem Times of Israel ist die Trump-Administration der Ansicht, dass eine dauerhafte Präsenz der israelischen Streitkräfte in der Region mit den Verpflichtungen des Rahmenabkommens unvereinbar wäre und keine Lösung darstellt, die langfristige Stabilität gewährleisten könnte.

Eine Position, die im Gegensatz zu der des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz steht. Während eines Besuchs bei den im Südlibanon stationierten Truppen erklärte Katz, dass Israel nicht beabsichtige, sich aus den Gebieten zurückzuziehen, die es für seine Sicherheit in Libanon, Syrien und Gaza als notwendig erachtet, und dass die militärische Präsenz in den sogenannten «Sicherheitszonen» auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden könnte.

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